07 Feb Neuer Besucherrekord
in NRW-Gedenkstätten

Es geht auch ohne Pflichtbesuche …

 356.000 Besucher in den NS-Gedenkstätten Nordrhein-Westfalens im Jahr 2017

Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: Die NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen haben 2017 so viele Besucherinnen und Besucher empfangen wie noch nie zuvor. Einer Erhebung des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW e.V. folgend konnten die Einrichtungen im vorherigen Jahr insgesamt über 356.000 Besuche zählen.

Fast zwei Drittel der Gäste kamen dabei in Gruppen und nutzten die vielfältigen Vermittlungsangebote der 28 Einrichtungen im Rheinland und in Westfalen, die sich im Arbeitskreis zusammengeschlossen haben. Über 6.500 Führungen sowie mindestens 1.630 Seminare vor allem mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen verdeutlichen das hohe Interesse gerade auch von Schulen und anderen Bildungsträgern. „Um auch weiterhin den hohen Ansprüchen an die, auch politisch gewünschte, Bildungsarbeit zu genügen, benötigen die Gedenkstätten vor Ort angesichts des enormen Interesses weitere Unterstützung durch den Bund und die Länder – insbesondere für ihre pädagogischen und musealen Programme“, erklärte der Arbeitskreis-Vorsitzende Prof. Alfons Kenkmann.

 Was diese Statistiken allerdings nicht verraten: Während einige Einrichtungen wie die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf einen neuen Besucherhöchststand verzeichneten, sind andere in ihrer Existenz akut bedroht. So ist die weitere Nutzung der Gedenkstätte Französische Kapelle in Soest derzeit ungewiss.

Die Gedenkstättenlandschaft Nordrhein-Westfalens entwickelt sich laufend weiter. Auch die kleinen, weitgehend von außerordentlichem Engagement oder Ehrenamt abhängigen Einrichtungen durchlaufen einen steten Prozess der Professionalisierung. Gerade diese Dezentralität der kommunalen oder von Vereinen getragenen Gedenkorte zeichnet die Erinnerungskultur im bevölkerungsreichsten Bundesland aus. Hier greifen die Vernetzungstätigkeit des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte NRW e.V. sowie die Förderprogramme der Landeszentrale für politische Bildung NRW und der Landesregierung.