30 Nov geflüchtet, abgeschoben
unerwünscht

geflüchtet, abgeschoben, unerwünscht
„Lästige Ausländer“ in der Weimarer Republik

Mit der szenischen Lesung, die eine Kooperation mit dem Fachbereich Geschichtswissenschaft der Universität Bremen ist, war die bremer Shakespeare Company am 16.11.2017 im Jüdischen Museum zu Gast.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Brückenschlag: Gemeinsam in Dorsten als Juden, Christen und Muslime“ hatte Dr. Norbert Reichling das Projekt nach Dorsten eingeladen. Neben der öffentlichen Szenischen Lesung fanden am 17.11.2017 auch zwei vertiefende Workshops in Geschichtsleistungskursen des Dorstener Gymnasiums St. Ursula statt.

Nach dem Ersten Weltkrieg machen sich Millionen Menschen in ganz Europa von Ost nach West auf den Weg, die vor Krieg, Armut auf ein besseres Leben hofften. Auch in Bremen suchen Menschen Zuflucht oder wollen von dort aus weiter nach Amerika und Forderungen nach Grenzschließungen und Abschiebungen wurden laut. Begriffe wie „Ausländerflut“ und „Überfremdung“ gehörten zum alltäglichen Pressevokabular und auch Schlagzeilen wie „Sind wir schutzlos gegen Ausländer?“ waren häufig zu lesen. Vor allem „ostjüdische“ Flüchtlinge stießen in Zeiten der Wohnungsknappheit und eines angespannten Arbeitsmarktes auf Ablehnung. Wer war „nützlich“, wer war „lästig“ und musste gehen? Die Entscheidungen trafen stets die Behörden.

In der szenischen Lesung stellte die bremer Shakespeare Company den Umgang mit den „fremdstämmigen Ostausländern“ anhand zahlreicher Quellen aus der Überlieferung der Reichsministerien aus dem Bundesarchiv dar.

In der anschließenden Diskussion waren viele Zuschauer überrascht, mit welcher Härte in der Weimarer Republik interniert und abgeschoben wurde: „Die Parallelen der aktuellen globalen Flüchtlingssituation zu den historischen Ereignissen nach dem Ersten Weltkrieg sind unübersehbar, sie machen nachdenklich und wir werden uns weiter mit dem Thema beschäftigen, historisch und aktuell!“, resümiert ein Schüler die Veranstaltung.

Foto: Marianne Menke