Aktuelles
 

 

„Angekommen?!“ in Bochum

Die im Jüdischen Museum erarbeitete Wanderausstellung “Angekommen?! Lebenswege jüdischer Einwanderer“ wurde am 17. August in Bochum eröffnet. Das Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte zeigt die Schau bis 3. Oktober; anschließend wird die Jüdische Gemeinde Bochum sie präsentieren. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

nach oben

 

Neues Programm

Soeben ist das neue Programm des Museums erschienen; es ist gedruckt im Museum und in Buchhandlungen und Bildungseinrichtungen Dorstens erhältlich, aber auch auf dieser Internetseite verfügbar.
Im Angebot sind wiederum Vorträge und Lesungen, Kionderworkshops und eine neue Wechselausstellung „Menschen – Steine-Migrationen“ ab 3. Oktober. Zu den Themen der Veranstaltungen gehören u.a. die Geschichte Theodor Herzls und der Stadt Tel Aviv, der Gottesbegriff der Tora, der vergessene Autor Heinrich E. Jacob, die Familiengeschichte in der NS-Zeit und das Problem der „Wiedergutmachung“.

nach oben

“Eisendrath Family Reunion“

Mehr als 50 Mitglieder der Familie Eisendrath versammelten sich auf Einladung des Jüdischen Museums Westfalen Anfang Juli in Dorsten; sie kamen aus allen Teil der USA und aus Belgien, um die Spuren ihrer Familie zu sichten. Ihre Vorfahren aus einer jüdischen Gerberfamilie waren um 1850 ausgewandert – zumeist in die Vereinigten Staate. Der seltene Name und genealogische Forschung verbürgen, dass alle aus dieser Familie abstammen. (siehe auch www.eisendrath-stories.org)
Das mehrtägige Programm sah Gespräche mit Museumsmitgliedern, Vorträge zu Geschichtskultur und Familiengeschichte, Exkursionen zum jüdischen Friedhof Dorsten und nach Münster sowie eine szenische Stadtführung durch die Urmutter des Clans, Julia Eisendrath, in der Dorstener Altstadt vor. Bürgermeister L. Lütkenhorst begrüßte die Gruppe im Alten Rathaus und zeigte ihnen auf einer Bustour auch das moderne Dorsten. Viele der Gäste waren in Familien aktiver Museumsmitgliedern untergebracht. Ein westfälischer Abend in Haltern-Lippramsdorf und ein Bankett im Schlaunschen Saal von Schloss Lembeck rundeten die anstrengenden Tage ab.
Die Besucher/innen – zwischen 5 und 89 Jahre alt – zeigten sich beeindruckt von Museum, Trägerverein und Programm. Sie zeigten sich sehr dankbar, auf diese Weise über ihre ungewöhnliche Familiengeschichte informiert worden zu sein, von der die meisten sehr wenig Kenntnis hatten. Neue transatlantische Freundschaften zeichnen sich ab ...

nach oben

Biografie von Rolf Abrahamsohn erschienen

Ende Juni wurde die Veröffentlichung „’Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist?’ Lebensstationen 1925-2010“ von Rolf Abrahamsohn ausgeliefert. Der Band wurde vom Museum - zusammen mit dem Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte – zu Rolf Abrahamsohns 85. Geburtstag im März als Überraschung erarbeitet und nun nach Abstimmung mit dem Autor gedruckt. Das Buch basiert auf einer Vielzahl von lebensgeschichtlichen Interviews, die zu einer fortlaufenden Lebensgeschichte redigiert wurden; es enthält außerdem viele Erläuterungen, zwei Landkarten sowie eine Reihe von Fotos aus dem Leben des Autors. Sowohl im Museum als auch im Buchhandel ist der 96seitige Band für 14.95 EUR erhältlich.
Rolf Abrahamsohn, Wegbegleiter unseres Museums von Anfang an, gehört zu den wenigen deutschen Juden, die noch selbst über die Gewalterfahrungen der NS-Zeit berichten können. Der ihm aufgezwungene Weg führte von seiner Geburtsstadt Marl aus über die Judenhäuser in Recklinghausen ins Ghetto und Konzentrationslager Riga und von dort über Stutthof und Buchenwald in das Außenlager des KZ Buchenwald in Bochum (1944), wo er schwerste Zwangsarbeit verrichten musste. In den letzten Kriegswochen überlebte er einen Transport über Buchenwald in Richtung Dachau, um schließlich in Theresienstadt von der Roten Armee befreit zu werden. Seine Lebensgeschichte steht zugleich für die gesellschaftliche Integration des deutschen Judentums, für das Zerbrechen der Nachbarschaft in der frühen NS-Zeit, die großen und kleinen Verbrechen gegen die Juden. Abrahamsohn berichtet auch über die Etablierung der winzigen jüdischen Gemeinschaften in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft und die vorsichtigen Schritte zu ihrer Festigung seit den 1950er Jahren.

 

2004 © jmw-dorsten.de zum Seitenanfang