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Zum Selbstverständnis des Jüdischen Museums
Westfalen |
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Über Jahrhunderte lebten Juden in Westfalen
und nahmen in unterschiedlichen Berufen und Funktionen am gesellschaftlichen
Leben teil. Sie gründeten jüdische Gemeinden und Schulen,
bauten Synagogen und gestalteten das Gemeinwesen mit. Ihr Leben
unter der großen Mehrheit der Christen hatte Phasen von Duldung,
Verfolgung und Emanzipation.
Durch die nationalsozialistische Diktatur wurden
die deutschen Bürger und Bürgerinnen jüdischen Glaubens
oder jüdischer Herkunft verfolgt und ermordet. Ihre Verfolgung
und Deportation war in den Nachbarschaften, den Dörfern und
Städten öffentlich sichtbar. Wenige nicht-jüdische
Bürger und Bürgerinnen versuchten zu helfen, gaben ihnen
Versteck oder verhalfen ihnen zur Flucht.
Als Zeitgenossen oder Nachgeborene jener, durch
deren aktives Tun oder Geschehenlassen Juden und jüdische Traditionen
ausgelöscht worden sind, fühlen wir uns mitverantwortlich,
die Spuren jüdischen Lebens in Westfalen aufzufinden und zu
bewahren. Wir wollen zum Verstehen des Judentums, seiner Religion
und Kultur beitragen.
Die Geschichte der Diskriminierung, Verfolgung
und Ermordung, aber auch der Emanzipation und des fruchtbaren Zusammenlebens
sowie des Neuaufbaus jüdischer Gemeinden in Westfalen ist für
uns Impuls, für die Menschenrechte und die demokratische Teilhabe
der Menschen gleich welcher Religion und Herkunft im Alltag unseres
Gemeinwesens einzutreten.
Wir tragen dazu bei durch Ausstellungen, Vorträge,
Begegnungen, Filme, Musik, Theater, Seminare, Studientage, Diskussionsrunden,
Studienreisen und Veröffentlichungen.
Januar 2005
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