Sonderausstellung

Ab September zeigen wir die Ausstellungen “Im Angesicht der Vernichtung. Arbeit und Widerstand in den Ghettos 1941 – 1944.” und „Und im Fenster der Himmel. Die Überlebensgeschichte der Johanna Reiss”

 

Im Angesicht der Vernichtung. Arbeit und Widerstand in den Ghettos 1941 – 1944.

1941 begannen die Deutschen im besetzten Osteuropa mit dem Massenmord an den europäischen Jüd*innen.
Im Angesicht der Vernichtung verhielten sich die Menschen in den Ghettos ganz unterschiedlich: von totaler Verzweiflung, wirtschaftlichem Engagement bis hin zum bewaffneten Widerstand. Viele Jüd*innen ließen sich nicht wie Schafe zur Schlachtbank führen.
Diese Ausstellung, von Studierenden des Touro College Berlin gemeinsam mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand erarbeitet, erzählt eine Reihe dieser Geschichten. Sie dokumentiert die Vielfalt jüdischen Lebens sogar im Angesicht der Vernichtung.

Die Ausstellung ist bis zum 22. Dezember 2019 zu sehen.

„Und im Fenster der Himmel“. Die Überlebensgeschichte der Johanna Reiss

Frühjahr 1940: Als die Deutschen die Niederlande besetzen, geraten die achtjährige Annie und ihre Schwester in große Gefahr, weil sie Juden sind. Hilfreiche Bauern verstecken die beiden Schwestern in einer Kammer im Dachgeschoss. Sie leben dort in drangvoller Enge, sehnen sich nach frischer Luft und Bewegung und wissen nicht, wie lange sie sich noch verbergen müssen. Und jederzeit können sie entdeckt werden…

Die Annie von 1942 hat viele Jahre später als Johanna Reiss in New York ihre Erlebnisse und Gefühle aufgeschrieben. Seit 1972 gibt es ihre Erinnerungen in Buchform auch in deutscher Sprache.

Mit Johanna Reiss (Annie de Leeuw) wird uns das Schicksal eines jüdischen Kindes während der NS-Zeit im Grenzgebiet zwischen den Niederlanden und Deutschland nahe gebracht. Sie gehört zu den wenigen Kindern, die in Verstecken überleben konnten. Johanna Reiss hat ihr Leben während der NS-Zeit aufgeschrieben. Das Jugendbuch „Und im Fenster der Himmel“ eignet sich in besonderer Weise für den Einsatz im Unterricht (Ganzschrift). Zur Auseinandersetzung mit dem Jugendbuch stehen ausführliche, erprobte Unterrichtsmaterialien sowie ein vor wenigen Monaten neu produzierter Film zur Verfügung.

Die Ausstellung schildert die Erlebnisse zweier jüdischer Mädchen, Annie und ihre älteren Schwester Sini, im Versteck während der deutschen Besetzung der Niederlande. Sie wurden diskriminiert und verfolgt, nur weil sie Jüdinnen waren. Aber Ausstellung und Buch zeigen nicht nur ein historisches jüdisches Schicksal, sondern ganz aktuell, wohin Vorurteile und Intoleranz damals führten und heute noch führen können.

Der Kolle-Kaal-Fördervereine.V. hält auf niederländischer und deutscher Seite die Erinnerungen an Annie, Sini und ihre mutigen Helfern wach und ist auf ihren Spuren zwischen Winterswijk und Enschede unterwegs. Seit Kurzem gibt es eine kleine Ausstellung, die die Geschichte der beiden Schwestern vorstellt. Das Jüdische Museum Westfalen zeigt diese Ausstellung nun als zweite Station. Interessant ist diese Ausstellung für alle Altersschichten, eine besondere Zielgruppe sind Schüler*innen der Jahrgangsstufen 5 bis 10.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 27. August bis zum 20. Dezember 2019. Informationen und Terminabsprachen unter 02362 45279.

Archiv:
25 Jahre Sonderausstellungen
im Jüdischen Museum Westfalen

1991 Der Davidstern. Zeichen der Schmach – Symbol der Hoffnung
1993 Clara de Jong: In der Nacht verloren. Die Deportation der Amsterdamer Juden 1940 bis 1945
1993 Lithographien von Salvador Dalí: Aliya
1993 Zeit und Erinnerung – Zeichnungen und Objekte des russisch-jüdischen Künstlers Igor Ganikowsky aus Moskau
1994 Agnes Lukacz, Zeichnungen aus dem Frauenlager Auschwitz
1994 Der 20. Juli 1944. Die Schulenburgs – Eine Familie im tragischen Konflikt zwischen Gehorsam und Hochverrat
1994 Faszination Jerusalem – Stadt der Sehnsucht und der Hoffnung
1994 Marc Chagall: „Und ich werde ziehen durch das Land…“.Lithographien
1995 „Die Gegenwart von Auschwitz“. Fotoausstellung
1995 Jüdische Lebenswege – Privatfotos dokumentieren Stationen aus dem Leben jüdischer Zwangsarbeiterinnen
1995 Zwei Freunde – Die jüdischen Maler Julo Levin und Franz Monjau
1996 Alfons Kunen: Dialog – Skulpturen und Bilder
1996 Verjagt, ermordet – Zeichnungen jüdischer Schüler 1936-1941
1997 Uri Shaked:„Simches“ – Bilder zu den jüdischen Festtagen
1997 Meer Akselrod, ein jüdischer Maler aus Russland
1998 Rose Ausländer – „Mutterland Wort“ 1901-1988
1998 Zeitenbruch – Jüdische Existenz in Rheinland-Westfalen 1933-1945
1999 Maren Heyne, Stille Gärten- beredte Steine. Fotografien jüdischer Friedhöfe
1999 Die Synagoge – Schnittpunkt jüdischen Lebens
2000 Harry Weber: Jerusalem, Stadt der Juden, Christen und Muslime
2000 Lichter in der Finsternis – Raoul Wallenberg und die Rettung der Budapester Juden
2001 Julo Levin zum 100. Geburtstag
2002 Johann-Gutenberg-Hauptschule Dülmen: „Mit euren Schatten…“
2002 Gisela Paul: Illustrationen zu Gedichten jüdischer Autorinnen
2002 Erich Maria Remarque – Der Weg zurück
2002 Zeichen des Alltags – Jüdisches Leben in Deutschland heute
2003 Tomasz Samek: mitten in europa – konzentrationslager majdanek
2003 Ketubbot – Arbeiten des israelischen Künstlers Armand Edery
2003 Installation „Die verbrannten Autoren“
2003 George Pusenkoff: Erased or not erased
2004 Dirk Vogel: Bilder der Gegenwart – Porträts von Juden in Deutschland
2004 Seligmanns Bücher – Von der späten Rückgabe des Eigentums jüdischer Flüchtlinge aus Hannover
2004 Sich fügen heißt lügen – Der Schriftsteller und Anarchist Erich Mühsam
2004 Dem Judenmord entkommen. Jüdische Überlebende in Lettland und Litauen. Berichte aus Ghettos und Konzentrationslagern
2005 Schatten überm Kinderland – eine Bilderzählung aus der Kunstwerkstatt der Städtischen Realschule Kalkar
2005 DESSA: Eine Hommage an das Kaufhaus N. Israel, Berlin 1815-1939
2005 Christian Gerson und Johannes Buxtorf
2005 Bozenna Biskupska: Auf dem Weg
2006 Die Mädchen von Zimmer 28 – Freundschaft, Hoffnung und Überleben in Theresienstadt
2006 Axel Baumgärtel: Von Berlin über Wien nach Israel und Jordanien
2006 Der Davidstern. Zeichen der Schmach – Symbol der Hoffnung
2007 Maria-Antonia Bußhoff: Ein Stern hat wohl noch Licht – Vom Antlitz des Anderen
2007 Anne Frank – eine Geschichte für heute
2007 David Bennett: Szenen aus der Bibel
2008 Petr Ginz. Prager Tagebuch 1941-1942
2008 So einfach war das. Jüdische Kindheit und Jugend seit 1945 in Österreich, der Schweiz und Deutschland
2008 Aviva Shemer: Tikun – Zurück zum Ursprung
2008 Jacob Pins. Holzschneider und Maler
2009 Sonderzüge in den Tod – Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn
2009 Laula Plaßmann: Familienbilder
2009 Antisemitismus? Antizionismus? Israelkritik?
2009 Die Sixties – Porträt einer Ära. Fotografien von Linda McCartney
2010 Angekommen?! Lebenswege jüdischer Einwanderer
2010 Rosemarie Koczy: „Ich webe Euch ein Leinentuch“
2010 Alexander Dettmar: Painting to remember – Zerstörte deutsche Synagogen
2010 Menschen Steine Migrationen- Gegenwart und Vergangenheit jüdischen Lebens im Rheinland und in Westfalen
2011 Holger Luczak: Fotos
2011 John Elsas: Der Gespenster Berg – Collagen und Aquarelle
2011 Grigory Berstein: Mammeloschen
2011 André Citroën
2011 Vergessene Rekorde – Jüdische AthletInnen vor und nach 1933
2012 Nevin Toy-Unkel und Dirk Vogel: Gesichter der Einwanderung im Revier
2012 Verwischte Spuren – Erinnerung und Gedenken an nationalsozialistisches Unrecht in Westfalen
2012 Ein Kreativprojekt des Paul-Spiegel-Berufskollegs: Welche Farben hat die Toleranz?
2012 „Das Wunder im Dünensand“ Tel Aviv – Magie einer Metropole
2012 1, 2, 3 … Billy Wilder. Fotografien
2013 Samuel Jessurun de Mesquita
2013 Die Judenschule ‒ Fotografien von Thomas Sandberg
2013 Alexander Dettmar_ „Dem Brückenbauer Berthold Beitz“
2014 Oscar Troplowitz – Inhaber der Fa. Beiersdorf und Kunstmäzen
2015 Heimatkunde – Westfälische Juden und ihre Nachbarn
2015 Geächtete. Sinti und Juden im Werk von Otto Pankok
2016 HEIMATSUCHER. Schoah-Überlebende heute
2016 Yuri Kharchenko: Wege des Unsichtbaren
2016 Herlinde Koelbl: Jüdische Portäts
2017 Eine Geschichte von Vernichtung und Überleben – Der Holocaust im galizischen Erdölrevier
2017 25 Jahre Jüdisches Museum Westfalen
2017 Martin Luther und das Judentum. Rückblick und Aufbruch
2017 Fritz Bauer. Der Staatsanwalt – NS-Verbrechen vor Gericht