01 Jul Die lange Reise eines
Porzellanservices

DIE LANGE REISE EINES PORZELLANSERVICES

Ein wichtiges Geschenk erreichte unser Museum vor einigen Monaten – es ist nun vorläufig ausgestellt in der Dauerausstellung: ein Porzellanservice aus dem Besitz einer jüdischen Familie in Havixbeck. Dort, in den Baumbergen bei Münster, gab es nur für etwa einhundert Jahre eine kleine jüdische Gemeinschaft. Zu den wenigen jüdischen Familien, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Havixbeck ansässig waren, gehörte die Familie des Tierarztes Dr. Siegfried Simon, geboren am 26. März 1874, verstorben 1928. Die Spur aller später ermordeten oder auch überlebenden Familienmitglieder lässt sich hier nicht in Kürze nachzeichnen – vgl. unsere Museumszeitung Schalom Nr. 78. Simons Witwe emigrierte mit ihren Söhnen Heinz und Ernst nach Palästina.

Ein mitgenommenes Porzellanservice kehrte in der Nachkriegszeit nach Havixbeck zurück – als Erinnerungszeichen für eine befreundete Familie, die Heinz Simon öfters besuchte. Diese gab das Stück – das die Aufmerksamkeit erregende Signatur „KPM“ trägt – an das Jüdische Museum. Sollte dies wirklich ein kostbares Service aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin sein? Auflösung dieses Rätsels ebenfalls in Schalom Nr. 78…. Auf jeden Fall ein familiengeschichtlich spannendes Exponat einer vormals in Westfalen ansässig gewesenen Familie.