01 Feb Kinder auf der Flucht:
Kindertransporte 1938-1939

Kinder auf der Flucht: Kindertransporte 1938-1939

Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten
Sonderausstellung vom 10. April 2022 bis 3. Juli 2022

Nach den Pogromen vom 9./10. November 1938 war deutlich, dass es für Juden*Jüdinnen keinen Platz mehr gab in Deutschland und den besetzten Gebieten. Die Grenzen der meisten Staaten waren aber bereits fest verschlossen. Dank privater Initiativen und Geldspenden fanden aber 15.000-20.000 unbegleitete Kinder und Jugendliche Aufnahme vor allem in Großbritannien, aber auch in Ländern wie Schweden und den Niederlanden. Die Kinder waren zunächst in Sicherheit, aber die Trennung von Heim und Familie war meist traumatisch und das Einleben im neuen Land nicht einfach. Die Ausstellung stellt Geschichten von Kindern aus der Region vor, ihre Erfahrungen von Abschied, Verlust und Migration, aber auch vom Leben in einem neuen Land, das von Herausforderungen geprägt war und gelegentlich Chancen barg.
Neben den Geschichten der geflüchteten Kinder reflektiert die Ausstellung anhand der Bild- und Videoinstallation „Fractured Legacy“ der Künstlerin Mia Weinberg die weitreichenden Folgen von Flucht und Heimatlosigkeit für die nachfolgenden Generationen. Die in Kanada lebende Künstlerin befasst sich mit der Geschichte ihres Vaters, der mit dem Kindertransport nach England emigrieren konnte, und mit dem durch die Flucht „zerbrochenen Vermächtnis“ der Familie.

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© David Riedel