Jugendgeschichtspreis

Seit 2009 schreibt das Jüdische Museum West­falen einen Wett­bewerb für junge Menschen aus, der seit 2015 Margot-Spielmann-Preis heißt. Erwünscht sind jeweils Arbeiten, die sich mit jüdischer Geschichte, Religion und Gegen­wart sowie der Geschichte des National­sozialismus befassen. Wir wollen damit zur intensiven Beschäftigung mit originellen Themen­stellungen der jüngeren Geschichte und zu aktiven erinnerungs­kulturellen Bei­trägen ermutigen.

Jeweils 10-20 Jugendliche aus dem Münsterland und dem Ruhrgebiet, zum Teil auch aus dem übrigen Nordrhein-Westfalen haben sich in den Vorjahren beteiligt.

Auch 2017 waren die Schülerinnen und Schüler aller Schulformen aus Westfalen und dem Rheinland, aufgerufen, ihre Facharbeiten, Wettbewerbsbeiträge, Projekte u.ä., die einen thematischen Bezug zur deutsch-jüdischen bzw. regionalen jüdischen Geschichte und Gegenwart oder zur Religion haben, sich aber auch mit Themen aus der Zeit des Nationalsozialismus befassen können, beim Jüdischen Museum Westfalen einzureichen. Möglich sind u.a. auch Arbeiten aus dem Deutschunterricht zu Werken jüdischer Autoren (z.B. Joseph Roth, Franz Kafka etc.) oder mit jüdischem Inhalt oder aus weiteren Fächern wie Religion, Praktische Philosophie usw. Des Weiteren können auch Gruppenarbeiten und Projekte mit passenden Themenstellungen eingesandt werden.

Die Preis­träger­innen und Preis­träger erhalten jeweils Bücher­gutscheine als Preise.

Eine kleine Jury sichtet und bewertet die eingereichten Arbeiten.

Die eingereichten Arbeiten sollten bitte mit einem kurzen Anschreiben versehen werden, das den Verfasser der Arbeit mit Namen, Adresse, Email-Adresse und Schulanschrift sowie Alter und Jahrgangsstufe nennt. Die Arbeiten können auch als PDF-Datei gemailt oder als CD eingereicht werden. Einsendeschluss war der 31. Juli 2018.

Die Jury wird die Ergebnisse des Wettbewerbs am 5. Dezember um 18 Uhr in einer „kleinen“ Feierstunde im Museum vorstellen und die Preise überreichen.

Alles zu den Preisträgerinnen und Preisträgern des Jahres 2017 gibt es hier. 

Kontakt
Jüdisches Museum Westfalen
Thomas Ridder M.A.
Julius-Ambrunn-Straße 1
46282 Dorsten
T. 02362 951431
E-Mail: ridder@jmw-dorsten.de

Wer war Margot Spielmann?

Margot war ein jüdisches Mädchen aus Gelsenkirchen, geboren am 21. Mai 1926. 1942 wohnte sie mit ihrer Mutter Luise Kopf, dem Stiefvater Curt Kopf und ihrer Großmutter Henriette Breuer in einem sogenannten Judenhaus in der Augusta­straße 7 in Gelsenkirchen.

Luise und Curt Kopf versuchten zusammen mit ihrer Tochter Margot in das unbesetzte Frankreich zu fliehen, wurden aber auf der Flucht verhaftet. Das schwer zuckerkranke Mädchen erlitt einen Schock und kam in ein Krankenhaus in Mülhausen, während ihre Eltern getrennt und deportiert wurden. Ihre Mutter saß bis zu ihrer Deportation im Gefängnis in Münster ein. Margot verblieb im Krankenhaus in Mülhausen. Dort verstarb sie vermutlich im Spätherbst 1942. Die behandelnde Ärztin teilte später mit, dass Margot – vor ihrem Abtransport – in ein tiefes Koma gefallen sei. Man habe sich im Krankenhaus absichtlich nicht mehr um die Rettung bemüht, um ihr Deportation und Ermordung zu ersparen.

Das Jüdische Museum Westfalen zeigt in seiner Dauerausstellung ein Poesiealbum von Margot Spielmann. Unter den Eintragungen finden sich die Namen weiterer junger Mädchen, die ebenfalls deportiert und ermordet wurden. Mit der Benennung des inzwischen etablierten Jugendgeschichtspreises nach Margot Spielmann möchten wir die Erinnerung an sie und viele andere Jugendliche aus der Region wachhalten.