Dauerausstellung

Ende 2018 haben wir unsere neue Dauerausstellung eröffnet.

Die neue Ausstellung zeigt die wichtigen Themen, die wir fortführen wollen, jetzt in neuer Gestalt. Und sie berührt zudem neue Aspekte wie jüdische Vielfalt, Ein- und Auswanderung, jüdische Ethik und Jüdisch sein in der Gegenwart. Unsere Darstellungen jüdischer Lebenswege in Westfalen haben wir erweitert und vertieft. Neue Persönlichkeiten und neue Aspekte sind dazugekommen. Und: Wir setzen neue Techniken und Medien ein.

Tisch Feiertage

Ab 19. Januar 2020 ist bei uns die Ausstellung “Das ostjüdische Antlitz. Porträtlithografien von Hermann Struck” zu sehen. Sie zeigt Porträts jüdischer Menschen aus Galizien und Russland, die vor hundert Jahren während des Ersten Weltkriegs von dem aus Berlin stammenden deutsch-jüdischen Künstler Hermann Struck (1876–1944) gezeichnet wurden. Entstanden sind sie in den von deutschen Truppen eroberten westlichen Gebieten des Russischen Reiches – dem heutigen Polen, Litauen, Lettland und Weißrussland. Die Porträt-Lithografien zeigen die Köpfe der Menschen und konzentrieren den Blick des Betrachters auf das Wesentliche, das Typische der ostjüdischen Menschen – Menschen, die etwa zwanzig Jahre später in der Shoah ermordet worden sind.

Die künstlerische Auseinandersetzung Strucks mit dem menschlichen Gesicht datiert aber schon lange vor dem Ersten Weltkrieg. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts war Hermann Struck in Berlin als Porträtmaler bekannt, schuf einzigartige Radierungen von Sigmund Freud, Albert Einstein, Gerhart Hauptmann und anderen berühmten Persönlichkeiten

Seit 1915 diente Hermann Struck als Mitarbeiter der Presseabteilung des Oberkommandos Ost der Deutschen Armee in Kowno (Kaunas, Litauen) und war dort Referent für jüdische Angelegenheiten. In dieser Funktion entdeckte er in den ostjüdischen Gemeinden das seiner Meinung nach wahre, unverstellte und echte Judentum, gegenüber dem das westlich-assimilierte Judentum in Mittel- und Westeuropa nur Folklore sei. Konsequenterweise emigrierte Hermann Struck, der mit hebräischem Namen Chaim Aharon ben David hieß, nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1922 nach Palästina. Dort gab er dem dortigen Kunstleben nachhaltige Impulse und lebte bis zu seinem Tod 1944 in Haifa.

Ähnliche Erfahrungen mit dem Judentum Osteuropas wie Hermann Struck machte auch der deutsch-jüdische Schriftsteller Arnold Zweig (1876–1968), der sich 1917 von Verdun nach Kowno (heute Kaunas) versetzen ließ. Er schrieb das Buch “Das ostjüdische Antlitz”, dem er 52 Porträtzeichnungen Strucks – sie begegneten sich in Kowno – zur Illustration seines Essays beigab. Das Buch erschien erstmals 1920. Aus ihm stammen die meisten Bilder der gleichnamigen Ausstellung in Dorsten, ergänzt um einige Skizzen Hermann Strucks aus Litauen, Kurland und Weißrussland.

Die in Dorsten bis zum 15. März präsentierten Arbeiten wurden vom Sammler Helmut Zimmermann, Waldbrunn/Ww,  zusammengetragen.Bei der Eröffnung am 19, Januar 2020 wird er selbst in die Ausstellung einführen.

Ermöglicht wird diese Schau durch Unterstützung der Vereinten Volksbank  Dorsten-Kirchhellen-Bottrop.

 

Sonderausstellung

Wanderausstellungen

In den letzten Jahren haben wir Wanderausstellungen zu verschiedenen Themen konzipiert und entworfen, die ausgeliehen werden können. Mehr Informationen geben wir Ihnen gern telefonisch unter 02362/45279 oder ridder@jmw-dorsten.de.

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Am Beispiel des Ruhrgebiets erkunden wir beispielhafte Erfahrungen: Woher kamen die jüdischen Einwanderer der letzten 20 Jahre.

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Die Ausstellung mit regionalen Bezügen aus ganz NRW nimmt aktuell vorhandene Zeichen und Spuren jüdischen Lebens auf.

synagoge-unna-WEB

Vorgestellt werden Aufgabe und Bedeutung der Synagoge von ihren geschichtlichen Anfängen im Israel der Antike bis in die Gegenwart.