20 Jan. 100 Jahre Schwester Johanna
100 Jahre Schwester Johanna
von Ayleen Winkler
Am 26. Februar 2026 wäre sie 100 Jahre alt geworden: Schwester Johanna Eichmann, geborene Ruth Eichmann, die in Dorsten mit ihrem unermüdlichen Einsatz für Demokratie, Bildung und interreligiösen Dialog viele Menschen inspiriert und einen deutlichen Fußabdruck hinterlassen hat.
Zum Schutz katholisch getauft, findet Ruth Eichmann am St. Ursula Gymnasium in Dorsten einen Ort, der ihr Sicherheit gibt. Nachdem die Schulleitung zwangsweise durch eine regimetreue Direktorin ausgetauscht wurde, folgt der Schulverweis für Ruth Eichmann. Nach einer Dolmetscherausbildung überlebt sie den Krieg in Berlin, teilweise im Untergrund vor den Behörden versteckt. Nach dem Krieg studiert Ruth Eichmann und entschließt sich dann dem Kloster St. Ursula beizutreten – der Organisation, die sie nach besten Kräften vor der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime geschützt hatte. Mit dem Ordensbeitritt nimmt sie den Namen Schwester Johanna an. Wenige Jahre später wird sie Schulleiterin des St. Ursula Gymnasium Dorsten, wo sie sich für demokratische Bildung einsetzt. Zusätzlich begründet sie das Jüdische Museum Westfalen mit und prägt das Haus durch ihre langjährige Arbeit als ehrenamtliche Leiterin.
Schüler*innen des St. Ursula Gymnasiums Dorsten haben anlässlich des diesjährigen Jubiläums eine Wanderausstellung zu Schwester Johanna erstellt. Auf vier eigenständig erarbeiteten Roll-Ups stellen sie das Leben von Schwester Johanna vor. In diesem Rahmen ist auch ein Interview mit Schwester Benedicta entstanden, Wegbegleiterin von Schwester Johanna und ihre Nachfolgerin als Schulleiterin. Den Schüler*innen gab sie einen ganz persönlichen Einblick in das Leben von Schwester Johanna:
Interview mit Schwester Benedicta
Die Ausstellung der Schüler*innen kann im St. Ursula Gymnasium Dorsten ausgeliehen werden.


