Mit dem Kindertransport von Berlin nach Schweden – Ilse Reifeisen

Mit dem Kindertransport von Berlin nach Schweden – Ilse Reifeisen

von Kayleigh Weber (Schülerpraktikantin)

Mit gerade einmal 13 Jahren besteigt Ilse Reifeisen den Kindertransport nach Schweden und das ganz allein.

Ilse als junges Mädchen ca. 1936

 

Doch wie kam es dazu?

Ilse wird 1926 in Dorsten geboren, und wächst behütet auf. Ihr Vater besitzt ein Bekleidungsgeschäft, auf der Essener Straße. Ilse geht auf die Grund- und Mittelschule der Ursulinen.

Doch als die NS-Regierung an die Macht kommt, verändert sich ihr Leben. Einige ihrer Freunde dürfen nicht mehr mit ihr spielen und obwohl ihre Eltern jeglichen Hass der Nazis von ihr fernhalten wollen, merkt Ilse, dass ihr Leben nun anders ist.

Nachdem 1936 der Mietvertrag für das Geschäft und die Wohnung gekündigt wird, muss Familie Reifeisen umziehen, was deutlich kleinere Geschäftsräume bedeutet.

1938 wird Familie Reifeisen im Zuge der Polen-Aktion* nach Polen deportiert, jedoch können sie durch Verkauf des Geschäftes befristet nach Dorsten zurückkehren.

Am 20.12.1939 nimmt Ilse nun den Kindertransport nach Schweden. Sie flieht aus Deutschland, was ihr womöglich das Leben rettet.

 

Wie ging es in Schweden weiter?

Zunächst kommt Ilse in einem Stockholmer Waisenhaus unter. Später findet sich eine Pflegefamilie für sie.

Ilse kann den Kontakt zu ihren Eltern nur per Brief halten. Dies ist jedoch nicht immer so leicht. In den Briefen wird Ilse oft dafür getadelt, nicht oft genug zu schreiben. Zudem versucht Ilse immer wieder ihre Eltern zu sich nach Schweden zu holen, doch scheitert.

Den letzten Brief von ihrem Vater, erhält sie kurz bevor er und seine Frau in ein KZ kommen. Dort sterben sie.

Ilse Reifeisen verbringt ihr Leben in Schweden. Dort änderte sie ihren Namen zu Elise Reifeisen-Hallin

Wenn euch das Thema interessiert schaut doch mal im Jüdischen Museum Westfalen vorbei. Dort steht eine Vitrine zu genau diesem Thema.

*Polen-Aktion: Die Polen-Aktion war als Testversuch für spätere Deportationen gedacht. Dabei wurden in Deutschland lebende Juden*Jüdinnen mit polnischer Herkunft mitsamt ihrer Familie nach Polen gebracht.