Dauerausstellung

Das Jüdische Museum Westfalen präsentiert sich seit August 2001 in neuen Räumen. In einer neu gestalteten Ausstellung werden die jüdische Geschichte Westfalens und die jüdische Religion vorgestellt. Das Museum ermöglicht seinen Besucherinnen und Besuchern, jüdische Geschichte und Kultur regional verankert kennen zu lernen sowie sich mit Vergangenheit und Gegenwart jüdischen Lebens in Deutschland auseinander zu setzen.

I. Jüdische Religion und Tradition

Dieser Ausstellungsteil im Saal des Obergeschosses gliedert sich in drei Bereiche: Der erste Bereich umfasst Tora, Synagoge und Gemeinde. Zentrum jüdischen Lebens ist die Tora. Sie enthält die auf einer Rolle niedergeschriebenen fünf Bücher Moses. Ihr Aufbewahrungsort ist die Synagoge als Haus des Gebets und der Zusammenkunft der Gemeinde. Der zweite Bereich Haus - Familie - Individuum zeigt jüdisches Leben in seinem Bezug zur Tora, aber auch seinen Wandel unter dem Einfluss sich ändernder gesellschaftlicher Bedingungen. Der dritte Bereich über Shoa und Neuanfang weist auf die Bedrohung jüdischen Lebens während der NS-Zeit hin, die in Entrechtung und Zerstörung endete. Trotz der Erfahrungen des Völkermords wagten einige Überlebende nach 1945 einen Neuanfang in Deutschland.

II. Jüdische Lebenswege in Westfalen

Die jüdische Geschichte Westfalens ist im wesentlichen eine Geschichte der "kleinen Leute" - von Viehhändlern, einfachen Kaufleuten, ostjüdischen Arbeitern, hier und da auch von einflussreichen Männern und Frauen. Wir können diese Geschichte auf begrenztem Raum nicht erschöpfend darstellen, sondern erschließen sie beispielhaft anhand von 14 individuellen Lebenswegen. Damit wird die Lage der Juden in der nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft in verschiedenen Epochen deutlich.
Dabei lassen wir vor allem sie selber sprechen: in ihren Zeugnissen und (wenigen) Hinterlassenschaften, Berichten und Schilderungen der jeweiligen Zusammenhänge. Vom Mittelalter bis zum Wiederaufbau jüdischen Lebens nach 1945 reichen diese biografischen Skizzen - die Ausstellung erzählt die Geschichte von Händlern, Schriftstellerinnen, Pädagogen, Rabbinern, Künstlern und anderen. An vielen Stellen kommen die Porträtierten auch akustisch selber zu Wort.

 

 

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