22 Jul Wie arbeitet es sich im Museum?

Ein typischer Museumstag

von Jakob Timm, Schülerpraktikant

Der folgende Bericht beschreibt einen typischen Tagesablauf während meines Betriebspraktikums im Jüdischen Museum Westfalen.

Zu Beginn dieses Arbeitstages recherchierte ich nach digitalen Presseberichten, die über die aktuelle und einige Tage zuvor eröffneten Wechselausstellung berichteten. Da die Ausstellung viele Fotos von Marilyn Monroes letztem Foto-Shooting zeigt, das sie mit dem Fotografen Bert Stern hatte, gab es viele Treffer. Doch die meisten Berichte bezogen sich nicht auf Dorsten. Deshalb musste ich bei der Browser-Suche präzise arbeiten und das Suchwort immer wieder ändern, um alle Berichte zu finden. Von passenden Berichten habe ich dann die Links an den Kurator geschickt. So konnte dieser sehen, wer über diese Ausstellung berichtete und wie erfolgreich unser Presseverteiler ist.

Zudem unterstützte ich den Kurator bei dem Inventarisieren sowie der Überarbeitung der Inventardatenbank. Dafür scannte ich mehr als 20 Grafiken (Stiche und Drucke) und speicherte sie anschließend mit ihrer Inventarnummer. Als dies geschafft war, bearbeitete ich die Grafiken mit einem Fotoprogramm, beispielsweise durch Bescheiden der Ränder oder Verändern der Auflösung. Daraufhin beschriftete ich einige Porträtfotos mit dem Namen der Abgebildeten, Datum der Fotoaufnahme und der jeweiligen Inventarnummer. Diese legte ich dann, nach Inventarnummer sortiert, in eine große Mappe. Um zu erkennen, welche Fotos sich in der Mappe befinden, druckte ich Aufkleber mit den Inventarnummern, der sich in den Mappen befindenden Fotos aus und klebte diese auf die Vorderseite der Mappe. Im Anschluss aktualisierten der Kurator und ich die Inventardatenbank mit zuvor erstellten neuen Fotos der Exponate, welche die alten Schwarz-Weiß-Bilder ersetzen.

Des Weiteren nahmen wir einige Exponate aus der Museumssammlung in die Online-Präsentation museum:digital (https://westfalen.museum-digital.de/) auf. Die jeweiligen Texte der Exponate hatte ich einige Tage zuvor bereits geschrieben und mit dem Kurator bearbeitet, auch die Fotos hatten wir zuvor selbst erstellt.

Nach der Mittagspause bearbeitete ich von mir geschriebene Texte zu jüdischen Alltagsgegenständen. Ich durfte eine kleine Ausstellung über jüdische Alltagsgegenstände konzipieren und im Anschluss auch selbst aufbauen. Die Ausstellung befindet sich in einem Seminarraum, der an dem alten Gelsenkirchener Betsaal angebaut wurde. Dort stehen drei große Vitrinen, in denen die Exponate ausgestellt werden. Um passende Alltagsgegenstände zu finden, nutzte ich ein Buch, das alle Exponate des Museums enthielt. Jedoch standen nicht alle von mir ausgewählten Exponate zur Verfügung. Das Museum verfügt über eine große Dauerausstellung, in denen einige der Objekte ausgestellt waren. Anschließend schrieb ich noch kurze Texte über zwei Kennkarten jüdischer Bürger aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Einige Tage später fuhren der Kurator und ich nach Gelsenkirchen, im Gepäck die auszustellenden Exponate. Als wir dort ankamen, nahmen wir zunächst die Exponate der letzten Ausstellung aus den Vitrinen. Zuerst versuchte ich, die Ausstellungsstücke so zu legen, wie ich es mir vorgestellt hatte, leider passte es dann nicht ganz. Daraufhin musste ich improvisieren und veränderte die Lage zweier Exponate, bis alles wie geplant in die Vitrinen passte.

Ähnlich wie an diesem Tag, konnte ich auch an den anderen Tagen viele Einblicke in die Museumsarbeit gewinnen.

(Juli 2022)